22. Juli ist kein Film, den man „gerne“ sieht. Er ist schwer auszuhalten. Vivien hatte ihn mir empfohlen.
Die ersten etwa 30 Minuten zeigen die beiden Attentate von Anders Breivik. Das ist hart, direkt, kaum erträglich. Danach folgt der Gerichtsprozess, die Anhörungen – und parallel die Geschichte eines Überlebenden, der körperlich und mental mit dem Erlebten kämpft.
Mit diesem Thema hatte ich mich zuvor nie intensiv beschäftigt. An dem Ereignis selbst kam damals niemand vorbei, aber die Details waren mir nicht mehr präsent. Der Film zwingt einen, hinzusehen.
Mit 2 Stunden 20 Minuten ist er sehr lang. Für mich fast zu lang. 140 Minuten mit diesem Stoff sind belastend. Und doch glaube ich, dass genau diese Länge Teil der Wirkung ist. Es soll nicht schnell vorbei sein. Es soll wehtun.
Die Schlussszene ist stark: Breivik will seinem Anwalt die Hand geben, dieser verweigert sie und sagt ihm klar, was er von ihm hält. Trotzdem bleibt die Tatsache, dass auch solche Täter einen Verteidiger haben müssen.
77 Menschen wurden ermordet, die meisten Jugendliche.
Ein wichtiger Film. Kein „schöner“ Film. Aber einer, der gemacht werden musste.