Ein ziemlich merkwürdiger Horrorfilm aus diesem Jahr. Was zuerst wie eine Dan-Brown-Verfilmung erscheint (die Protagonistin Scarlett ist u. a. Symbolologin und entschlüsselt Codes, um den Aufenthaltsort des Steins der Weisen zu erforschen), kippt schnell um in einen waschechten Gruselfilm, sobald die jungen Leute die Pariser Katakomben betreten haben. Es dauert nicht lange, da begegnen sie schon einer merkwürdigen Sekte, die ein seltsames Ritual abzuhalten scheint und finden sich in einem Gangsystem wieder, in dem die Gänge nicht dorthin führen, wohin man es gerne hätte.
Nach und nach gelangen sie zu immer sonderbareren Orten, bis sie zuletzt gar in der Hölle landen und sich ihren Sünden und Ängsten stellen müssen.
Der gerne verwendete Found-Footage-Stil eignet sich für klaustrophobische Irrweg-Filme dieser Art natürlich gut, auch wenn ich bisweilen auch gut ohne ihn leben könnte. In der ersten Hälfte wird viel Spannung aufgebaut; der Film ist lange Zeit wirklich unheimlich. Am Ende wird es aber sehr metaphysisch; zudem wird zu sehr auf unnötige Schockmomente gesetzt, obwohl man vorher doch bewiesen hat, dass diese gar nicht benötigt werden, um den Zuseher zu fesseln.
Das Ende hat fast was von "Alice im Wunderland" :)
Fazit: Netter Horrorfilm, über weite Strecken angenehm gruslig und beklemmend, aber nicht der ganz große Wurf. 4+
edit: Rückblickend betrachtet erscheint mir die 4 doch zu wenig. "Katakomben" gehört eigentlich klar zu den besseren der neuen Horrorfilme und bleibt durch seine Düsterheit langfristig im Gedächnis.
Zuletzt editiert: 05.04.2015 19:55:00