Sex und Erotik spielen sich vorderhand im Kopf ab.
Auf dieses Kopfkino, daß den in uns angelegten Drang in Bilder faßt, richtet der Film sein kritisches Augenmerk; und auf die enkulturierten Formen, das anarchische Potential dieser in uns wirkenden Kraft zur Arterhaltung in Bahnen zu halten.
Wo liegt der Unterschied zwischen einem männlichen PornoJunkie und einer jungen Frau, die von Liebesfilmen nicht genug bekommen kann?
Ist eine gutgebaute Blondine, die ihre Pussy zielstrebig in den Dienst ihrer sehnsuchtsvollen Träume von Familie und Kind stellt, vielleicht auch nicht mehr als ein dummes kleines Flittchen?
Und welchen Schaden richtet ein kleiner pornosüchtiger Macho an, der reihenweise Frauen abschleppt und flachlegt; Frauen, die sich freiwillig darauf einlassen?
Sind die tradierten Geschlechterrollen noch gültig oder angemessen?
Ist die Familie in unserer überindividualisierten Welt noch ein überzeugendes Konzept, die im 18. Jhd ‚erfundene’ romantische Liebe noch zeitgemäß?
Lauter spannende Fragen in unserer sich stark wandelnden Welt.
Im Film werden keine einfachen Lösungen angeboten.
Aber der selbstzentrierte Kontrollfreak Don Jon trifft eine Frau, die ihm hilft Empathie zu entwickeln und loszulassen und ihm dadurch neue Wege zu sich zeigt.