Die 19-jährige Jay (Maika Monroe) kopuliert nichts Böses ahnend im Auto mit Hugh (Jake Weary) - und wird fortan von einem bösen Geist verfolgt, der durch den Beischlaf von Hugh auf Jay übergesprungen ist. Eine recht absurde, aber irgendwie auch charmante Idee für einen sympathischen Indie-Teenie-Horrorfilm, der zumindest mal kein Genre-Vertreter von der Stange ist. Neben der einfallsreichen Grundidee sorgen auch der aus psychologischer Sicht gut durchdachte Antagonist des Films sowie der richtig starke Synthie-Soundtrack für eine stellenweise sehr dichte, mitreißende Atmosphäre. Und dennoch hatte ich mir von diesem Kritikerliebling deutlich mehr versprochen.
Mein Hauptproblem mit dem Streifen ist, dass die Protagonisten (allen voran Jay) an viel zu vielen Stellen ziemlich deppert und einfältig agieren, man zu selten das Gefühl bekommt, dass die Flucht vor dem schaurigen Etwas einem intelligenten, durchdachten Plan folgt und deutlich zu oft eben doch wieder die altbekannten Genre-Klischees vom blindblond kreischend umherirrenden Dummchen bedient werden, als dass ich bereit wäre, hier von einem wirklich cleveren Film zu sprechen. Das Drehbuch bleibt mir da viel zu löchrig. Auch bin ich davon enttäuscht, dass viele Szenen relativ vorhersehbar verlaufen und zwar kein Jumpscare-Schlachtfest, aber doch zumindest eine kleine Jumpscare-Abendparty gefeiert wird, was bei mir nur selten gezogen hat - zumal einige Effekte aufgrund des geringen Budgets (2 Millionen Dollar) sehr billig rüberkommen. Das Ende kommt abrupt und ist unbefriedigend, die darstellerischen Leistungen verbleiben auf einem soliden, aber alles andere als eindrücklichen Niveau und echte Charakterzeichnung findet auch eher halbherzig statt.
Insofern ist "It Follows" ein netter Teenie-Horrorfilm, der seinen Charme zur Hauptsache aus seiner frischen Grundprämisse, die eine echt coole neue Monster-Variante heraufbeschwört, welche den Film befriedigend durch seine 100 Minuten Laufzeit trägt, sowie aus der sehr guten musikalischen Untermalung zieht. Das ist echt okay, aber wenn sich die Kritikerzunft so mit Lob überschlägt, erwarte ich einfach mehr Geist, klügere Gedanken, spannendere Szenen und stimmigere Charaktere - einfach ein noch deutlich runderes Gesamtbild.