Die Verfilmung des Orwell-Klassikers lehnt sich inhaltlich und stilistisch sehr nah an das Original an. Die Handlung wurde kaum bis gar nicht abgeändert, ja sogar viele Originalzitate aus dem Roman kommen im Film vor. Dass dies unweigerlich zu einer wenig emotionalen Verfilmung führen musste, ist klar, tut aber als Filmerlebnis doch etwas weh.
Da man sich großartige Einführungen und Erläuterungen zu Beginn erspart und den Zuschauer direkt in die Handlung "hineinwirft", bleiben bei einigen, die sich zuvor nicht das Buch durchgelesen hatten, etliche Unklarheiten. Sinn ergibt das Werk von Michael Radford nur, wenn man sich mit der Thematik schon vorher auseinandergesetzt hat.
Ansonsten ist der Film wie auch die Vorlage überaus gefühlskalt gehalten worden. Leider kommt man sich des öfteren so vor, als ob dieser Streifen mehr eine etwas unbeholfene Zusammenfassung ist, als ein eigenständiges Werk, das auch Elemente einfügt, die bei Orwell nicht in der Form auftauchten. Alles in allem ist zu sagen, dass der Film überaus verzichtbar ist und sich nur bedingt als "Buchersatz" eignet. Viel oberflächlich wird die politische Problematik hier thematisiert, die eigentlich das wichtigste am gesamten Werk war.
Ein verzichtbares Beiwerk zu Orwells Roman, kann man sich mal ansehen, kann man aber auch genauso gut lassen. Leser des Buches werden nämlich enttäuscht sein, während Nicht-Leser wohl vieles einfach nicht verstehen können.