Der sechste Teil der "Scream"-Reihe macht überhaupt keine Gefangenen und kommt nicht nur mit der bis dato längsten Laufzeit von über zwei Stunden, sondern auch mit massig Kunstblut und ziemlich brachialer Horror-Action daher. Zudem reiht sich hier eine überraschende Wendung an die nächste, die üblichen Meta-Ebenen und selbstreferenziellen Momente gibt es hier auch wieder en masse zu bestaunen und wer am Ende der Ghostface-Killer ist, geht in all dem Gewühl, Geschrei und Gespritze fast ein wenig unter.
Vor diesem für meinen Geschmack viel zu überladenen Ende gibt es aber durchaus auch einige spaßige und vor allem stark inszenierte Momente: Der eine oder andere Ghostface-Mord macht visuell und inszenatorisch schon viel her, es gibt die eine oder andere Szene, in der der Film sich doch ein wenig Zeit für den Spannungsaufbau nimmt (etwa in der U-Bahn) und in diesen Momenten hat er es doch immer wieder mal geschafft, mein Interesse kurzzeitig zu wecken. Das selbstreferenzielle Franchise-Prequel-Sequel-Requel-Gerede kennt man schon aus den Vorgängern, macht aber für sich genommen immer noch Spaß.
Insgesamt ist "Scream VI" von allem sehr viel, womit er es zumindest bei mir nur zeitweise schafft, mein ernsthaftes Interesse zu wecken. Es blitzt immer mal wieder auf, warum diese Reihe so eine große Marke geworden ist und visuell ist das wohl mit der bestaussehende Film aus dieser Reihe. Was mir fehlt, ist der Charme von damals... und dafür hätte ich gerne ein paar Wendungen, hölzerne Dialoge und Kills hergegeben.
Gute 3.