Ein angenehm altmodischer, unaufgeregter, aber toll bebilderter und gespielter Abenteuerfilm um die Erforschung unbekannter Ecken dieser Erde und versunken geglaubter Zivilisationen, basierend auf der tatsächlichen Geschichte von Percy Fawcett in den Regenwäldern Südamerikas. Der Regisseur James Gray, der letztes Jahr auch «Ad Astra» in ähnlicher Erzählweise mit bestechender Kamera ins Kino brachte (und mit Brad Pitt, der zuerst für Percy Fawcett im Gespräch war) inszeniert routiniert und ausgewogen. Der Film hat gewisse Längen und wurde 2016 eher schlecht vermarktet, da die Story ja auch nicht die Massen anspricht. Entsprechend kamen die 30 Mio. Produktionskosten mit Filmsets u.a. in Kolumbien auch nicht wieder rein. Es ist aber durchaus eine respektable Film-Trouvaille über das Leben, Antriebe und Motivationen, und dem Bestreben nach Sinnhaftigkeit darin, mit schönen Botschaften und einer starken Charakterzeichnung (v.a. mit dem Egoisten Murray, gespielt von Angus Macfadyen und der Entwicklung des Sohnemannes). «The Lost City of Z» hat dadurch in der Tiefe durchaus Parallelen mit dem Epos «Apocalypse Now» von Coppola, dessen schwelgerische Einstellungen bei der Flussfahrt sehr ähnliche Obsessionen ausbreitete. Auch «Fitzcarraldo» gehört in die gleich Liga. Und das sind alles Kult-Filme des Genres. Da hätte eigentlich für James Gray mehr drin liegen müssen. Mehr Spannung hätte dem Film definitiv gut getan. Eine sehr gute 4.
Zuletzt editiert: 22.04.2020 22:51:00