Der Film ist genau das, was der Titel verspricht: Einfach Emil. Und damit alles andere als einfach.
Emil Steinberger, 92 Jahre alt, sitzt auf der Bühne, zeigt uns sein Leben – und bleibt dabei immer einer von uns. Zusammen mit seiner Frau Niccel hat er diese Doku selbst produziert. Und das merkt man: Kein Hochglanz, kein künstliches Pathos, sondern Nähe, Menschlichkeit und eine gehörige Portion Humor.
Besonders berührt hat mich die Liebesgeschichte zwischen Emil und Niccel, die mit einem Brief begann: Sie war 20 und wollte Clown werden – er war 52 und antwortete. Es folgten zehn Jahre Briefwechsel. Mit 30 traf sie ihn dann zum ersten Mal – in New York. Danach folgte ein Anruf von Emil – und ab da waren sie nie mehr getrennt. Heute sind sie privat wie beruflich ein unzertrennliches Paar.
Der Film macht deutlich: Emils Humor ist zeitlos. Kein Lärmen, kein Auslachen. Sondern: Beobachten, Wiedererkennen, liebevolles Mitlachen. So wie im legendären Kreuzworträtsel-Sketch mit dem Satz: „Og, Og, Ogtern – kirchlicher Feiertag? Ja, was isch denn das?“ – wer ihn kennt, hört ihn sofort im Ohr.
Nach dem Filmgespräch sagte Emil mit einem Augenzwinkern: „Sie sind jetzt Botschafter. Wenn Ihnen der Film gefallen hat, erzählen Sie’s weiter.“
Mach ich hiermit. Und vergebe die Höchstwertung – für einen Film, der viel mehr ist als nur eine Künstlerbiografie: nämlich ein Plädoyer für Haltung, Zärtlichkeit und das gute, alte Briefeschreiben.